Großartige Pyrenäen – Naturerlebnisse und kulturelle Kleinode

8-tägige Studienreise durch die Pyrenäen mit Insider-Reiseleitung

Katalonien umfasst einen langen Abschnitt der spanischen Pyrenäen, in deren grünen, blumenübersäten Tälern sich malerische Dörfer mit romanischen Kirchen verbergen. Herrliche Naturparadiese finden sich in den Pyrenäen, an den romantischen Küsten, im fruchtbaren Landesinneren. Katalonien ist seit Tausenden von Jahren ein bedeutender Kultur- und Handelstransfer-Raum, der geprägt ist durch die Spuren verschiedenster Völker und Kulturen. Die schönsten Bauwerke der Romanik: das romanische Erbe Kataloniens umfasst Hunderte von Kirchen, Brücken, Burgen und Bäder. Ein faszinierender Landstrich voller Geheimnisse, der viele Menschen, Kulturen und Sprachen verbindet.
"Light"-Wanderungen gespickt mit Kultur-Höhepunkten.

  • spektakuläre Zugfahrt durch das Montsec-Massiv
  • Romanik in Katalonien
  • Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici
  • Ordesa Nationalpark
  • Küche, Land und Leute - Begegnungen
  • Thematisch ausgewählte, z.T. historische Hotels
  • Spezialisierte deutsch-spanische INSIDER-Studienreiseleitung

Tag 1 l Samstag l Anreise Barcelona - Lleida

Ankunft in Barcelona und Fahrt in Richtung Lleida. Lleida ist eine Großstadt, welche im Laufe ihrer Vergangenheit verschiedene Kulturen beheimatet hat. Hier befindet sich auch das Zentrum der fruchtbaren Flussaue des Segre. Die auf einem Hügel in der Altstadt thronende alte Kathedrale (Seu Vella) verkörpert das Wahrzeichen der Hauptstadt. In früheren Zeiten stand dort eine Moschee. Das erklärt auch ihre ungewöhnliche Gestalt. Sie werden entsprechende Mischformen islamischer und christlicher Ornamentik sehen.
Hotelbezug für eine Nacht im historischen 4*-Parador von Lleida, untergebracht in einem ehemaligen Kloster aus dem 17. Jh.

    Tag 2 l Sonntag l Lleida - La Pobla de Segur

    Fahrt mit dem Zug auf spektakulärer Streckenführung von Lleida nach La Pobla de Segur durch die Schluchten- und Seenlandschaft des Mont-Rebei Gebirges und das Montsec Massiv in die einsame Vorpyrenäenlandschaft – auf dieser Linie wurde katalanische Zug-Geschichte geschrieben! Das am Fluss Noguera Pallaressa gelegene La Pobla de Segur zählt zu den geschichtsträchtigsten Orten der Pyrenäen in der Provinz Lleida. Besondere Erwähnung verdient die Calle Mayor mit ihren alten Herrenhäusern. Übernachtung und schmackhaftes Abendessen mit den bodenständigen Gerichten der Region im familiär geführten 3*-Boutique-Landhotel bei La Pobla de Segur.

      Tag 3 l Montag l La Pobla de Segur - Espot - Arties

      Fahrt von La Pobla de Segur weiter Richtung Norden über Espot bis nach Artíes.
      Das vor den Toren des Nationalparks Aigüestortes inmitten des Escrita-Flusstals gelegene Espot ist einer der schönsten Orte des Gebiets Pallars Sobirà. Der Ort ist von der typischen Architektur der Pyrenäen geprägt. Die Ortschaft stellt das Haupteingangstor des Nationalparks Aigüestortes i Estany de Sant Maurici dar.
      Der See Sant Maurici erwartet Sie mit Blick auf die Zwillingsgipfel Encantats, die verzauberten Wilderer. „Man kennt die Pyrenäen nicht, wenn man Los Encantats nicht kennt” - so Henry Brulle, ein französischer Pyrenäenkenner.
      Das Val d’Aran ist ein Hochgebirgstal im Herzen der Pyrenäen, das fantastische Naturlandschaften und Zeugnisse einer alten und faszinierenden Kultur hütet. Das Gebirgsdorf Artíes befindet sich in einer kleinen Ausdehnung des Gebiets Alto Valle de Arán und wird von dem fast 3000 Meter hohen Gipfel des Montarto beherrscht.
      Hotelbezug für 2 Nächte im Parador von Artíes.

        Tag 4 l Dienstag l Romanische Kunst und Architektur im Aran-Hochtal

        Das Val d’Aran bewahrt die Zeugnisse seiner Besiedlung von der Frühgeschichte über die römische Epoche und die mittelalterliche Blütezeit bis hin zur Industrialisierung und Moderne. Besonders sehenswert ist die hier erhaltene mittelalterliche Kunst und Architektur, die auf der Ruta Románica erfahrbar wird. Die Route führt durch uralte Dörfer des Tales wie wie Salardú, Arties, Vielha und Bossòst, in deren Kirchen bemerkenswerte Kunstwerke der Romanik und Gotik erhalten sind.

          Tag 5 l Mittwch l Pyrenäen-Romanik im Boí-Tal - UNESCO-Weltkulturdenkmal - in den katalanischen Hochpyrenäen und der Aigüestortes-Nationalpark

          Während der Fahrt ins Boí-Tal rückt die schöne Kulisse der schneebedeckten Hochpyrenäen immer näher. Vor mehr als 1.000 Jahren entstanden im Vall de Boí sieben kleine Bergdörfer, an die sich wohl niemand erinnern würde, wären zu jener Zeit nicht auch neun romanische Kirchen gebaut worden. Vom 11. bis zum 13. Jh. sind die kleinen Dorfkirchen im lombardischen Stil erbaut worden, außen schlicht und mit hohen schmalen Glockentürmen, innen bunt und breitflächig ausgemalt. Die Abgeschiedenheit hat dazu beigetragen, dass zumindest einige dieser Kirchen noch fast originalgetreu erhalten sind. Besuch des Weltkulturerbes im Vall de Boí: Besichtigung einiger ausgewählter Kirchenbauten, wo Heilige und Fabelwesen bisher unbekannter Meister die Wände schmücken: Ein Lifan, der mit den Stoßzähnen an einen Elefanten erinnert, ein Kamel, das von Bergbewohnern erdacht wurde. Besonders faszinierend ist der berühmte Pantokrator von Sant Climent in Taüll, eingebettet in eine großartige Naturlandschaft.
          Nachmittags Naturspaziergang in der malerischen Pyrenäen-Gebirgslandschaft des Aigüestortes Nationalparks: Der „Tausend-Seen-Nationalpark“ zeichnet sich durch kristallklare Wasserläufe aus, die zahlreiche Flüsse und Seen bilden und diese Pyrenäenlandschaft bereichern. Die Sturzbäche und Wasserfälle umrahmen dichte Wälder, die in verschneitem Zustand wie eine Märchenlandschaft wirken. Für Naturliebhaber ist er ein wahres Paradies: Seen, Sturzbäche, Wasserfälle, Torfmoor, felsige Gelände, schroffe Bergspitzen und dichte Wälder mit Schwarzkiefern, Edeltannen, Waldkiefern, Birken und Buchen bilden einen idealen Rahmen für eine Vielzahl an alpinen Pflanzen und Tieren. Mit seinem weitverzweigten und bestens markierten Wegenetz ist dieser Nationalpark absolut empfehlenswert – sowohl für ausgedehnte Bergwanderungen als auch für Panorama-Spaziergänge weniger geübter Bergwanderer. Sie haben Zeit, einige kleine Wanderungen zu unternehmen, um die Fels- und Wasserwildnis des Nationalparks zu erkunden.
          Hotelbezug für eine Nacht im charmanten Landhotel in Boí.

            Tag 6 l Donnerstag l über Aínsa nach Torla

            Über die Kleinstadt Aínsa am Fuße des Nationalparks Ordesa und Monte Perdido führt die Route weiter durch die Anisclo-Schlucht nach Torla. Rundgang durch den schönen mittelalterlichen Stadtkern mit seinen engen Gassen vor der Kulisse der Pyrenäen. Von der ehemaligen Stadtmauer aus haben Sie fantastische Blicke auf die Pyrenäen, den Fluss Cinca und Ara und das Umland. Das kleine Dorf Torla – auf ca. 1.000 m am Fluss Ara gelegen – gilt als das Eingangstor zum Nationalpark Ordesa und Monte Perdido. Viele kleine Restaurants und Bars laden zum Verweilen ein.
            Hotelbezug für zwei Nächte im regionaltypischen, familiären Berghotel in Torla.

              Tag 7 l Freitag l Nationalpark Ordesa

              Zu den schönsten und ursprünglichsten Gebirgsregionen Europas gehört der Nationalpark Ordesa und Monte Perdido. Er wurde bereits 1917 angelegt und erstreckt sich auf einer Fläche von 156 km2 in der autonomen Gemeinschaft Aragonien. Seit 1997 ist er Teil des Weltnaturerbes der Pyrenäen-Monte Perdido. Die zahlreichen unterschiedlichen Ökosysteme weisen sowohl atlantische als auch mediterrane Einflüsse auf, weshalb Flora und Fauna besonders reich und vielfältig sind. Im Mittelpunkt der großartigen Bergwelt dominiert das Massiv des Monte Perdido (3.355 Meter) mit den Gipfeln Las Tres Sorores, von denen aus die Täler von Ordesa, Pineta, Añisclo und Escuaín zu sehen sind. Die tiefen Schluchten mit ihren bizarren Felsformationen und fast bis in 3.500 Meter Höhe reichenden Gipfel erinnern an eine Mischung aus dem Grand Canyon und den Schweizer Zentralalpen. Kleine Dörfer, die an den aufgetürmten Gesteinsschichten kleben, seltene Tier- und Pflanzenarten und Menschen, die gelernt haben, in dieser Welt am »Verlorenen Berg« ihr Auskommen zu finden.
              Jeep-Fahrt zu den schönsten Aussichtspunkten – u.a. zur Rolands-Bresche am Hauptkamm der Pyrenäen, eindrucksvollen Wasserfällen, kleine Panorama-Wanderungen.
              Dauer der Jeep-Tour ca. 4 Std.

                Tag 8 l Freitag l Abreise Torla – Barcelona

                Nach dem letzten Frühstück Abschied von den Pyrenäen, Transfer zum Flughafen nach Barcelona und Abreise.

                  Reiseleistungen

                  • Transfers Flughafen / Hotel / Flughafen
                  • komfortabler, klimatisierter Reisebus während der gesamten Reise
                  • 7 x Übernachtung im Doppelzimmer mit Bad / Dusche
                  • 7 x Frühstücksbüffet
                  • 2 x Abendessen im Rahmen der Hotel-Halbpension
                  • 1 x Abendessen im Restaurant
                  • qualifizierte INSIDER-Studienreiseleitung während der gesamten Reise
                  • Zugfahrt im Regionalzug Lleida - La Pobla de Segur
                  • Jeep-Fahrt im Nationalpark Ordesa und Nationalpark Aigüestortes
                  • Besichtigungen und Eintrittsgelder laut Programm
                  • mobiles Kopfhörer-System für Besichtigungen

                  Sonstige Leistungen

                  • ABANICO-Reiseinformationspaket inkl. vielseitigem Karten- und Informationsmaterial mit wertvollen Insider-Tipps
                  • örtliche Steuern und Gebühren
                  • Reise-Sicherungsschein
                  • Service: unser eigenes Büro in Granada mit 24-Stunden-Notfallservice garantiert Ihnen deutschsprachige Tourenassistenz und unbeschwertes Reisen

                  Nebenkosten  l  nicht inkludierte Leistungen

                  • An-/Abreise ► Gerne buchen wir für Sie Flüge zu tagesaktuellen Preisen
                  • Reise-Versicherungspakete
                  • alle nicht erwähnten Mahlzeiten
                  • alle nicht erwähnten Eintrittsgelder
                  • persönliche Trinkgelder
                  • Reisebausteine

                  Wissenswertes

                  Hier finden Sie allgemein gültige und wichtige Detailinformationen für Ihre Reise.

                  • Reiseleitung

                    Almuth Intemann

                    Langjährige Studienreiseleiterin in Katalonien, Andalusien, Baskenland, La Rioja, Galicien, Kastilien...
                    Seit über 15 Jahren lebt Almuth Intemann fest in Barcelona. Ihre ersten Kontakte mit dieser Stadt begannen aber weitaus früher durch ein Stipendium an der Universität von Barcelona, wo sie spanische Literatur und Geschichte studierte. Heute arbeitet sie als Studienreiseleiterin, Übersetzerin und Lehrerin in Barcelona. Für sie ist Katalonien mit Barcelona als Hauptstadt eine unerschöpfliche Schatztruhe, deren Reichtum zum Entdecken einlädt.

                    in Stichworten notiert:

                    • 1979-1984 Lehramtsstudium der Fächer Englisch und Politik
                    • Studium der spanischen Geschichte und Philologie
                    • ab 2000 Umsiedlung nach Barcelona, Arbeit als Lehrerin und Studienreiseleiterin
                  • Anreise

                    Anreise

                    Die Anreise ist bei dieser Reise nicht inkludiert und erfolgt in Eigenregie. Unsere Leistungen beginnen und enden ab dem Ort, der aus dem Leistungsabschnitt unserer Reisebeschreibungen hervorgeht (z.B. Flughafen im Reiseland). 
                    Gerne buchen wir Ihre Flüge mit renommierten Fluggesellschaften zum aktuellen Tagespreis, rail&fly Tarife sind auf Anfrage möglich.
                    Reisen Sie mit dem eigenen Auto an, sprechen Sie uns für weitere Informationen gerne an.
                     

                  • Unser eigenes Agentur-Büro in Granada

                    Unser eigenes Agentur-Büro in Granada

                    Unsere eigene Incoming-Agentur in Granada mit über 30jähriger Erfahrung ist mit unseren Leistungsträgern in Spanien und Portugal bestens verlinkt. Von hier aus wird Ihre Reise logistisch vorbereitet und organisiert. Wir setzen mit unseren langjährigen Mitarbeitern vor Ort auf auserwählte, persönliche Kontakte, um unseren Gästen authentische und sozialverträgliche Reiseerlebnisse bieten zu können. Unsere perfekt deutschsprachigen Kollegen in Granada stehen Ihnen als Reiseassistenz mit einem 24-Stunden-Notfall-Telefon stets zur Verfügung.

                  • Als ausgewiesener Spezialreiseveranstalter

                    Als ausgewiesener Spezialreiseveranstalter...

                    Bei ABANICO Individuell Reisen treffen Sie auf Spezialisten - wir kennen jede Route, jeden Winkel unserer Reiseangebote. Mit über 30-jähriger Agentur-Erfahrung in Spanien drehen wir aus Begeisterung für das Land noch immer jeden Stein auch in den entlegensten Winkeln um. Unser Experten-Wissen kommt den hohen Erwartungen unserer Gästen zu Gute.

                    „Entschleunigtes Reisen“ bzw. „slow travel“ ist ein wesentliches Element unserer Reisen. Mit unserem System der individuell auswählbaren Reisebausteine können unsere Gäste ihren eigenen Reise-Rhythmus finden. Unsere Reisen werden nahezu ausschließlich ohne Anreise angeboten.

                    Auszeichnungen: Spain Tourism Award
                    Das Spanische Ministerium für Tourismus und das Spanische Fremdenverkehrsamt zeichneten uns aus als den besten Reiseveranstalter für Individualreisen nach Spanien und die damit verbundene Förderung von spanischen Regionen abseits der großen Touristenströme.

                  • Versicherung

                    Versicherung

                    In unseren Reisepreisen sind keine Reiseversicherungsangebote enthalten.
                    Da mehrere Faktoren, die Sie nicht beeinflussen können, dazu führen können, dass Sie die Reise nicht antreten können, empfehlen wir allen Reisenden den Abschluss einer Reiserücktritts-, Reiseunfall- und Reisekrankenversicherung (bei Wanderreisen zusätzlich eine Bergungskostenversicherung). Bei der Reiserücktrittsversicherung sollte darauf geachtet werden, dass auch nicht-medizinische Schadensfälle für Sie und Ihre Familie abgedeckt sind. Auslandskrankenschein oder Krankenversichertenkarte sollten mit ins Reisegepäck. Wir empfehlen unseren Reisenden eine Reiseversicherung der Allianz Global Assistance. Tarife, Konditionen und Direktbuchungsmöglichkeit finden Sie hier (Hartmann und Seiz oHG)

                  • Klima

                    Klima in Katalonien

                    In Katalonien herrscht vorwiegend mildes Mittelmeerklima mit durchschnittlichen Temperaturen zwischen 15 und 25°C, mit heißen trockenen Sommern im Landesinneren und heiß-feuchten Sommern an der Küste. Die Winter sind an der Küste mild, im Landesinneren feucht kalt. Frühling und Herbst zeichnen sich durch angenehme Reisetemperaturen aus, die Durchschnittstemperatur im April liegt bei 16, im Mai bei 19, im September bei 24 und im Oktober bei 20 Grad Celsius. Im Winter ist das Klima generell eher mild und niederschlagsreich.

                  • Buchtipp

                    Buchtipp Katalonien

                    Reiseführer Katalonien
                    Katalonien, wo liegt das eigentlich? Noch vor einigen Jahren hätten wohl nur wenige diese Frage beantworten können. Erst mit der Wahl der Hauptstadt Barcelona zum Austragungsort der Olympischen Sommerspiele von 1992 rückte die Region ins Rampenlicht. Doch Katalonien besteht nicht nur aus der schillernden Hauptstadt, die ein Spannungsfeld zwischen traditionellem Alltagsleben und unwiderstehlichem Nightlife bildet. Auch die weniger bekannten Attraktionen abseits der Küsten sind längst für eine Neuentdeckung reif geworden: der Wasser sprudelnde Nationalpark Aigüestortes, die ausgedehnten Reisfelder im Ebro-Delta oder die Altstadt von Girona, um nur einige Beispiele auszuwählen. Dabei sollte jeder Reisende wissen, dass sich die Katalanen als eigenständige Nation innerhalb Spaniens verstehen, die nicht mit "Restspanien" in einen Topf geworfen werden wollen. Dieser Führer hilft jedem Urlauber mit unzähligen reisepraktischen Tipps, die Thomas Schröder vor Ort gesammelt hat, Spanien kennenzulernen.

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                  • Katalonien - Die Pyrenäen und ihr Kultur-Vorland

                    Katalonien - Die Pyrenäen und ihr Kultur-Vorland

                    Am frühen Morgen liegt Nebel über den dichten Wäldern des Val d’Aran. Bedächtig windet sich der schmale Pfad bergauf, lässt dem Wanderer Zeit zu schauen, zu lauschen, zu atmen. Tiefgrünes Moos bedeckt die Baumstämme, filigrane Spinnweben spannen sich zwischen den Zweigen, von der Spitze eines Buchenblattes fällt ein Tautropfen lautlos zu Boden. Es ist still hier, selbst die Vögel singen leise und schläfrig in den silbriggrünen Morgen hinein. Die Luft ist kühl und feucht...

                    Die katalanischen Pyrenäen umfassen eine erstaunliche Vielfalt beeindruckender Landschaften. Am Cap de Creus berühren sie das Mittelmeer, in der Garrotxa präsentieren sie sich als Vulkanlandschaft, der Nationalpark Aigüestortes beeindruckt mit stolzen Gipfeln, gewundenen Sturzbächen und stillen Bergseen und die Hochgebirgstäler faszinieren mit einer einzigartigen Mischung von uralter Pyrenäenkultur und scheinbar unberührter Gebirgslandschaft.

                    Die große landschaftliche Vielfalt der katalanischen Pyrenäen verdankt sich nicht zuletzt ihrer weiten räumlichen Ausdehnung. Sie erstrecken sich über die Provinzen Lleida, Girona sowie Barcelona und umfassen die Landkreise Alt Empordà, Alta Ribagorça, Alt Urgell, Berguedà, Cerdanya, Garrotxa, Pallars Jussà, Pallars Sobirà, Ripollès, Solsonès und Val d’Aran.
                    Doch die katalanischen Pyrenäen faszinieren nicht nur mit ihren kontrastreichen Gebirgslandschaften und Gipfeln wie dem sagenumwobenen Pedraforca und dem Pica d’Estats, der mit 3.143m Kataloniens höchster Berg ist. Seit unvordenklichen Zeiten vom Menschen besiedelt, hütet die Region die Spuren unterschiedlichster Epochen: Von den Dolmen und Menhiren in der Serra de l’Albera, über die berühmten romanischen Kirchen der Hochgebirgstäler bis zu den Stauseen mit ihren hochmodernen Wasserkraftanlagen reicht das Spektrum der Sehenswürdigkeiten. Und natürlich bieten auch die traditionsreichen Feste und die einzigartige Gastronomie der Pyrenäen mannigfaltige Gelegenheit, sich der Kultur des Ortes anzunähern.

                    Wege mit Vergangenheit
                    Die leise raschelnden Blätter auf den Wanderwegen, die der Garonne von Dorf zu Dorf folgen, erzählen vom Herbst des vergangenen Jahres. Über die Jahrtausende alte Geschichte seiner Wege hüllt sich das Tal in Schweigen. Doch es ist höchst wahrscheinlich, dass der Wanderer sich hier auf den Spuren eines alten römischen Camino Real (aran. Camin Reiau) bewegt, eines 2.000-jährigen Weges entlang der Garonne, der das schmale Tal in voller Länge durchquerte. Die Dörfer und Siedlungen des Arantals, die sich entlang des rauschenden Flusses locker verstreut an die Hänge klammern, sind bis heute durch den Camino Real und seine Seitenwege miteinander verbunden.

                    Über die Gebirgspässe
                    Über die Pyrenäen-Gebirgspässe des Val d’Aran zogen über die Jahrhunderte Scharen von Soldaten und Pilgern, von Hirten und Händlern, Schmugglern und Minenarbeitern. Die exponierte Lage im äußersten Norden Spaniens an der Grenze zu Frankreich machte das Pyrenäen-Hochtal zu einem häufigen Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen, aber auch zu einem Handelszentrum. Das Val d’Aran war Umschlagplatz für Waren wie Wolle, Öl und Salz aus Spanien, die an okzitanische Händler in Frankreich verkauft wurden. Auf den Herbstmärkten in Frankreich kauften die Aranesen wiederum Maultiere ein, die sie auf spanischer Seite im Frühling verkauften.
                    Auch die Wege der Hirten haben über die Jahrtausende ihre Spuren in der Landschaft des Val d’Aran hinterlassen. Schon im Jahr 987 ist die „Via Carrale“ dokumentiert, ein Weg, über den das Vieh hinauf zum Hospital de Vielha und ins Val d’Aran getrieben wurde. Bis zu 25.000 Schafe bewegten sich zur damaligen Zeit in diesem Gebiet, das heute vor allem von Wanderern frequentiert wird, die neu angelegten Wanderwegen folgen, welche freilich ihrerseits auf den historischen Wegen aufsetzen.

                    Flora

                    Dank der großen Höhenunterschiede und der Vielzahl an Mikroklimata findet sich im Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici auf relativ kleinem Raum eine relativ große Zahl unterschiedlichster Pflanzenarten. Diese sind verschiedenen Vegetationszonen zuzuordnen, die im Wesentlichen höhenabhängig sind. Auf Höhen bis zu 1.800m (“Montane Höhenlage”) sind die sommergrünen Flaum-Eichen und Buchenwälder angesiedelt. Die Nutzung des Gebietes durch den Menschen hat diese ursprüngliche Vegetation allerdings vielerorts zurückgedrängt. Sie wurde durch Waldkiefern ersetzt, die unter natürlichen Umständen in sehr viel trockeneren Gebieten wachsen würden. Typisch für die Vegetation der Talsohlen sind Weiden, Heuwiesen und Sträucher.

                    Oberhalb von 1.800m und auf Höhen bis zu 2.400m (subalpine Höhenlage) finden sich die typischen Tannen- und Bergkiefernwälder des Nationalparks. Lawinenkanäle und die Rodung von Waldflächen zur Schaffung neuen Weidelandes begünstigen das Wachstum von Arten wie Hängebirken, Himbeeren, Schmalblättrigen Weideröschen und Rotem Fingerhut.
                    An den schattigen Hängen wachsen Weißtannen auf Höhen bis zu 2.000 Metern. Weiter aufwärts wird der Wald dünner, Bergkiefern bestimmen nun das Bild, begleitet von Sträuchern und Bodengewächsen wie Heidelbeeren, Alpenrose, Wacholder und Ginster.

                    Oberhalb von 2400m in alpiner Höhenlage gibt es vor allem Bergwiesen und Almen. In diesem Bereich ist der Sommer zu kurz, um Forstbeständen das Wachsen zu ermöglichen und nur einige besonders widerstandsfähige krautartige Gewächse und Sträucher können hier überleben. Die Hochgebirgswiesen erstrecken sich hier über saure Böden mit Granit als Grundlage, auf denen vor allem Schwingelgras und Borstgras wachsen. Beide Arten sind sehr widerstandsfähig, aber als Tierfutter ungeeignet sind. Dafür wachsen hier Blumen wie der alpine Enzian, Pyrenäen-Hahnenfuß und Stängelloses Leimkraut.

                    Auf den felsigen Bergkämmen und Gipfeln auf Höhen über 2.700m findet man Vegetation nur noch in geschützten Felsspalten und Mulden. Ein typisches Beispiel für Pflanzen, die in diesem Bereich wachsen können, ist der Moos-Steinbrech.

                    Neben den Höhenunterschieden spielen noch weitere Aspekte bei der Ausbildung der  Gebirgsflora eine Rolle, so zum Beispiel die Moorlandschaften mit ihren Seen, Quellen und Sümpfen. Pflanzen, die hier wachsen, sind hoch spezialisiert und werden von anderen Faktoren wie Höhe, Niederschlag und Temperatur wenig beeinflusst. Einige von ihnen, wie die Orchideen und der Gewöhnliche Hahnenfuß, bilden spektakuläre Blüten aus. Andere, wie der fleischfressende rundblättrige Sonnentau, haben erstaunliche Formen der Anpassung an die Herausforderungen der Umwelt entwickelt.

                    Fauna

                    Wildtiere suchen nicht die Gesellschaft des Menschen. Wer sie im Hochgebirge entdecken will, muss besonders aufmerksam sein und seine Sinne schärfen. Doch die Mühe lohnt sich. 200 unterschiedliche Arten von Wirbeltieren leben im Nationalpark Aigüestortes, zum Beispiel Pyrenäen-Gämsen, Wildschweine, Hermeline, Murmeltiere und Rehe.
                    Den größten Teil der Wirbeltiere des Parkes machen allerdings die Vögel aus. In den abgelegenen Wäldern leben u.a. Schwarzspecht, Auerhahn, Raufußkauz und Fichtenkreuzschnabel. In den Höhen kreisen Gänsegeier, Bartgeier und Steinadler über den kargen Hängen und Kämmen des Hochgebirges. Auf den Bergwiesen sind Alpenschneehuhn, Alpenbraunelle, Schneefink und Alpendohle zu Hause.
                    Zu den interessantesten Amphibien des Nationalparks zählt der Pyrenäengebirgsmolch, der nur in dieser Region vorkommt. Beispiele für im Park lebende Reptilien sind die ungiftige Schlingnatter und die Aspisviper. Letztere ist zwar giftig, greift jedoch nur an, wenn sie gestört wird.
                    Ein sehr typischer Vertreter unter den Fischen des Nationalparks ist die Bachforelle, die in den klaren, kalten Gewässern einen optimalen Lebensraum findet.

                    Kultur

                    Die Geschichte der Menschen und ihrer Dörfer in der Umgebung des Nationalparks Aigüestortes i Estany de Sant Maurici war seit jeher aufs engste mit den geographischen Bedingungen diese Hochgebirgsgebietes verbunden. Einblicke in den Alltag des Lebens in den Pyrenäen gewinnen Besucher zum Beispiel bei einem Besuch des Ecomuseu Valls d’Àneu. Mit der Verbreitung der romanischen Kunst in den Pyrenäen erfuhr die Region im Mittelalter eine unvergleichliche kulturelle Blüte. So entstand hier ein einzigartiges künstlerisches Erbe, das sich in perfekter Harmonie in die Landschaft einfügt. Im Hochgebirgstal Vall de Boí, das eines der Tore zum Nationalpark bildet, befindet sich eines der bedeutendsten Ensembles romanischer Kirchen Europas, das im Jahr 2000 von der Unesco zum Weltkulturerbe deklariert wurde. Unter ihnen sind lokale Berühmtheiten wie Sant Climent, Santa Maria de Taüll, Sant Joan de Boí und Santa Eulàlia d’Erill la Vall. In den Tälern Valls d’Àneu sind neben den Kirchen Sant Just, Sant Pastor, Sant Joan d’Ilsil und Sant Pere de Burgal auch die Wachttürme von Espot und Escaló einen Besuch wert.

                    Uralte Feste und Traditionen, wie zum Beispiel die falles genannten Feiern zur Sommersonnenwende, sind bis heute ein integraler Bestandteil des Lebens in den Pyrenäen. Die falles bestehen aus Holzfackeln, die je nach Landkreis und Gemeinde unterschiedlich gestaltet sind. Sie werden des Nachts entzündet und dann aus dem Gebirge hinab zum zentralen Platz des Dorfes getragen, wobei eine Art Feuerschlange entsteht. Im Dorf angekommen wird ein großes Feuer entzündet und man feiert dieses geheimnisvolle Sommerfest mit Tanz und Musik. In den letzten Jahren sind viele althergebrachte Elemente der Pyrenäenkultur wiederbelebt worden, die in Vergessenheit zu fallen drohten. Zu diesen gehören die traditionellen Tänze, die Märkte und Viehmärkte und unterschiedlichste Formen des kulturellen und künstlerischen Ausdrucks, die über Jahrhunderte integraler Bestandteil des Lebens in den Pyrenäen waren.

                    Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici

                    Der Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici liegt in den Hochpyrenäen der Provinz Lleida. Der 1955 eingerichtete Nationalpark ist der einzige auf katalanischem Gebiet. Er erstreckt sich über Höhen zwischen 1.200 und gut 3.000 Meter und beherbergt eine extrem abwechslungsreiche Landschaft mit einer artenreichen Flora und Fauna. Sein Markenzeichen sind die vielen tiefblauen Seen und mäandernden Flüsse (“Aiguestortes”), die sogar zum Namensgeber des Parks geworden sind.

                    Der Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici gehört zu den spektakulärsten Landschaftsgebieten der Pyrenäen. An dessen Ursprung stehen geologische Entwicklungen, die dazu führten, dass vor etwa 300 Millionen Jahren durch das Wirken von Erosion und tektonischen Kräften eine enorme Masse von Granitgestein an die Erdoberfläche trat. Erst sehr viel später im Tertiär nahmen die Pyrenäen die Form an, wie wir sie heute kennen. Im Nationalpark Aigüestortes ist ihre Landschaft geprägt von Seen, Sturzbächen und Wasserfällen, von Torfmooren, Steinwüsten und rauen Gipfeln, aber auch durch dichte Wälder mit Kiefern, Tannen, Birken und Buchen. Zu den Wahrzeichen des Parks gehören neben den etwa 200 tiefblauen Bergseen die majestätischen Zwillingsgipfel Els Encantats und die U-förmigen Täler, die auf Gletscherbewegungen zurückzuführen sind.

                    Ein interessantes Klimaphänomen dieser Region sind die unterschiedlichen Mikroklimata der Pyrenäentäler, die von deren Ausrichtung abhängig ist. Da die überwiegende Zahl der Tiefdruckgebiete vom Atlantik heranzieht, tendieren die nach Westen und Norden ausgerichteten Täler zu einem feuchteren Klima mit deutlich mehr Nebel und Regenfällen als die nach Osten oder Süden und damit zum Mittelmeer ausgerichteten Täler. Die großen Höhenutnerschiede innerhalb des Nationalparks führen zur Ausprägung weiterer Mikroklimata, die den Bedürfnissen unterschiedlichster Tiere und Pflanzen gerecht werden.  Hier sind zum Beispiel Gemse, Auerhahn, Murmeltier und Bartgeier zu Hause, um nur einige wenige zu nennen. Auch der Mensch siedelt seit Jahrtausenden in dieser Region und hat ein faszinierendes kulturelles Erbe hinterlassen. Besonders beeindruckend ist zweifellos das Ensemble romanischer Kirchen im Vall de Boí, das zum Unesco-Welterbe deklariert wurde.

                    Mäandernde Gebirgsbäche, tiefblaue Bergseen und beeindruckende Hochgebirgsgipfel prägen die den Nationalparks Aigüestortes i Estany de Sant Maurici. 26 Wanderrouten unterschiedlichster Schwierigkeitgrade eröffnen Besuchern Zugang zur grandiosen landschaftlichen Vielfalt des Ortes mit seinen Seenlandschaften, Wildbächen, Wasserfällen, Hochmooren, Steinwüsten und tiefen Wäldern. Die insgesamt neun bewirtschafteten Schutzhütten des geschützten Gebietes sind durch den Fernwanderweg Carros de Foc miteinander verbunden. Die beiden Hauptzugänge zum Park, die jeweils über ein Informationszentrum verfügen, liegen in Boí und Espot in den Hochgebirgstälern Vall de Boí und Val d’Aran.

                    Die sagenumwobenen Zwillingsgipfel der Encantats,  an die 200 leuchtendblaue Bergseen und die mäandernden Gebirgsbäche sind die Markenzeichen des Nationalparks Aigüestortes y Estany de Sant Maurici, der für Wanderer ein echtes Sommerparadies ist. Ob Seenlandschaften, Wildbäche, Wasserfälle, Hochmoore, Steinwüsten oder tiefe Wälder –26 Wanderrouten unterschiedlichster Länge und Schwierigkeitsgrade, darunter der berühmte Pyrenäenfernwanderweg GR-11 – halten immer wieder neue landschaftliche Höhepunkte bereit. Die beiden Hauptzugänge zum Nationalpark befinden sich in Boí und Espot in den Gebirgstälern Vall de Boí und Val d’Aran. Beide sind berühmt für ihre landschaftliche Schönheit und die einzigartigen Schätze der Pyrenäenkultur, die hier die Jahrhunderte überdauert haben.

                    Die Fläche des Nationalparks Aigüestortes i Estany de Sant Maurici verteilt sich über vier Landkreise in der Provinz Lleida: Alta Ribagorça, Pallars Sobirà, Val d’Aran und Pallars Jussà. Die Täler Vall de Boí im Landkreis Alta Ribagorça und Espot im Pallars Sobirà bilden die beiden Tore und traditionellen Hauptzugänge zum Nationalpark. Von Boí aus erreicht man die Ebene von Aigüestortes und von Espot aus den See Sant Maurici und damit die beiden namensgebenden Orte des Parks. Um im Auto von einer Seite zur anderen zu fahren, ist man etwa zwei Stunden auf Gebirgslandstraßen unterwegs.

                    Romanik im Vall de Boí

                    Das zum Weltkulturerbe erhobene Ensemble romanischer Kirchen im Vall de Boí berührt mit der stillen Innigkeit seiner Atmosphäre. Wer die katalanische Romanik in ihrem innigsten Ausdruck erleben möchte, findet hierzu reichlich Gelegenheit im Vall de Boí. Das kleine Gebirgstal hütet das weltweit bedeutendste Ensemble romanischer Kirchen, die im 11. und 12. Jahrhundert von lombardischen Architekten, Künstlern und Steinmetzen geschaffen wurden. Neun der romanischen Kirchen des Val de Boí wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben – und dafür gibt es gute Gründe. Die Faszination dieser mittelalterlichen Kirchen verdankt sich nämlich  nicht allein der perfekten Harmonie von Landschaft und tausendjähriger Architektur, sondern auch den einzigartigen Fresken in ihren Innenräumen. Insbesondere das Fresco des Gottessohnes als Weltenherrscher (Pantokrator) in Sant Climent de Taüll fasziniert mit einer perfekten räumlichen Darstellung, lebendigen Farben und einer Stilisierung der Figuren, wie man sie vorher noch nie gesehen hatte.

                    Die Fresken der romanischen Kirchen des Vall de Boí versetzten nicht nur Maler wie den großen Pablo Picasso in Erstaunen, sie weckten zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch Begehrlichkeiten auf dem Kunstmarkt. Viele der Fresken aus dem Vall de Boí verließen ihre Heimat und fanden Eingang in Museen und Privatsammlungen der USA, nicht jedoch das Fresko von Sant Climent de Taüll, dafür sorgten die Bewohner von Taüll. Letztlich fand das mittelalterliche Kunstwerk einen sicheren Platz im Nationalen Kunstmuseum von Katalonien (Barcelona), während vor Ort eine exakte Reproduktion angefertigt wurde. Die Romanischen Kirchen des Vall de Boí  sind für Publikum geöffnet - das Zentrum für Romanik  gibt dem Besucher alle hierfür notwendigen Informationen an die Hand.

                    Val d’Aran

                    Das kleine Val d’Aran – auf Deutsch Arantal – mit nur 633,6 km2 und knapp 10.000 Einwohnern liegt im nordwestlichsten Zipfel der spanischen Pyrenäen an der Grenze zu Frankreich. Hier entspringt die Garonne, die dann bei Bordeaux in den Atlantik mündet.

                    Das Val d’Aran ist ein Hochgebirgstal im Herzen der Pyrenäen, das fantastische Naturlandschaften und Zeugnisse einer alten und faszinierenden Kultur hütet.  Als einziges katalanisches Hochgebirgstal ist es nicht zum Mittelmeer, sondern zum Atlantik ausgerichtet, eine Besonderheit, die sich im Klima und damit auch in der Tier- und Pflanzenwelt des Tales bemerkbar macht. Vom Val d’Aran aus führen mehrere Wege in den Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici. Die Hochgebirgswelt ist geprägt von mehr als 3000m hohen Gipfeln, funkelnden Bergseen und rauschenden Wasserfällen. Im Sommer ist das Val d’Aran ein Paradies für Wanderer, Mountainbiker und Freunde von Abenteuersportarten wie Rafting oder Klettern. Im Winter ist das Arantal von Schnne bedeckt und gilt dank der modern ausgestatteten Skistation Baqueira Berret als eines der besten Wintersportziele der Pyrenäen.  Als Hochgebirgstal, das über Jahrhunderte während der langen Wintermonate von der Außenwelt abgeschnitten war, hat das Val d’Aran seine authentische Kultur bewahrt. Für Besucher ist diese bis heute in den alten romanischen und gotischen Kirchen erfahrbar, aber auch auf Wanderrouten und in Museen, die ganz darauf ausgerichtet sind, die Geschichte des kleinen Tales erfahrbar zu machen.

                    Die besondere geographische Lage des Val d’Aran hat zur Ausprägung einer Kultur und Sprache geführt, die sich von den übrigen Gebieten Kataloniens unterscheiden. Die Ausrichtung des Tals zum Atlantik brachte seit jeher eine Öffnung  zum okzitanischen Gebiet mit sich, während die umgebenden Berge eine natürliche Barriere zu den Nachbarregionen Aragonien und Katalonien bildeten. So bewahrt das Val d’Aran das Aranesische, eine Variante des Okzitanischen, als offizielle Sprache neben Katalanisch und Spanisch. Auch in der exzellenten Küche der Region lassen sich eindeutig französisch-okzitanische Einflüsse ausmachen. Die kulturelle Eigenständigkeit spiegelt sich auch in der politischen Struktur des Tales wieder, das über eine eigene Regionalregierung, den Conselh Generau verfügt.

                    Romanische Kunst und Architektur - Das Val d’Aran bewahrt die Zeugnisse seiner Besiedlung von der Frühgeschichte über die römische Epoche und die mittelalterliche Blütezeit bis hin zur Industrialisierung und Moderne. Besonders sehenswert ist die hier erhaltene mittelalterliche Kunst und Architektur, die auf der Ruta Románica erfahrbar wird. Die Route führt durch uralte Dörfer des Tales wie wie Salardú, Arties, Vielha und Bossòst, in deren Kirchen bemerkenswerte Kunstwerke der Romanik und Gotik erhalten sind. Wer die Traditionen des Val d’Aran hautnah erfahren möchte, erhält dazu auch im Rahmen zahlreicher Feste und überlieferter Traditionen Gelegenheit.

                    Funde belegen menschliche Spuren seit dem Neolithikum. Doch erst die Basken, die nördlich und südlich der Pyrenäen siedelten, hinterließen wirkliche Spuren im Gebiet des Arantals, wo bis ins 11. Jahrhundert hinein Baskisch gesprochen wurde.
                    Mit der römischen Expansion und Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel ab 217 v. Chr. dehnten sich auch die romanischen Sprachen stetig aus und das ländliche schriftlose Baskisch wurde immer weiter in den Südwesten Richtung Kantabrisches Meer abgedrängt. Im Arantal entwickelte sich im Zuge der Romanisierung das Aranesisch, eine aus dem Vulgärlatein hervorgegangene Sprache. Unter der Römischen Herrschaft wurde bereits die heutige Hauptstadt Vielha (Aranes) - auf Spanisch Viella - unter dem Namen Vetula gegründet, die zum Herrschaftsgebiet von Lyon gehörte.
                    Im 10. Jahrhundert fiel das Arantal unter katalanisch-aragonesische Herrschaft und im Jahre 1313 übertrug der König Jaume II. den Aranesen das Recht, gegen Abgaben über ihr Land selbst zu verfügen. Als nach dem 30 Jährigen Krieg 1659 der Pyrenäenfrieden zwischen Frankreich und Spanien geschlossen wurde, eine lange Phase der wiederkehrenden Kriege und Zerstörung ein Ende nahm, und der Hauptkamm der Pyrenäen die Grenze zwischen den beiden Ländern bilden sollte, blieb das Arantal eine zu Spanien gehörige Enklave auf der französischen Seite. Als einziges Landesteil Spaniens gehört das Arantal, das nördlich des Hauptkamms der Pyrenäen liegt, zum Einzugsbereich des feuchten atlantischen Klimas mit vielen Niederschlägen und nicht zum trockenen Mittelmeerklima, wie die übrigen spanischen Regionen in den Pyrenäen. Im Winter ist es ein beliebtes und sicheres Schigebiet, im Sommer lädt Tal zum Wandern ein.
                    Bis zum Bau des Vielha Tunnels 1948 war das Arantal im Winter von Spanien völlig abgeschnitten und allein Frankreich zugewand. Deshalb ist das Tal nicht nur geografisch, sondern traditionell auch kulturell und wirtschaftlich eng mit dem Südwesten Frankreichs verbunden.
                    Zahlreiche 2000 bis 3000 m Gipfel und eine üppige Vegetation bestimmen das Landschaftsbild. Die höchste Erhebung ist der Besiberri Nord (3014 m), während sich der niedrigste Punkt am Pont del Rei / Pont du Roi (560 m) befindet, dem Übergang des im Arantal entspringenden Flusses Garonne nach Frankreich. Neben der kulturellen Nähe zu Frankreich, dem Hochgebirgsambiente und einer üppigen Vegetation gehören auch die vielen Legenden und Geschichten, die in diesem Landesteil über verlorene oder unmögliche Lieben oder über Kriege und ihre Helden erzählt werden, zum eigentümlichen Charakter dieses Tals.
                    Das Arantal war auch der Ort, wo sich 1945 der letzte bewaffnete Widerstand gegen Franco in der Hoffnung zurückgezogen hatte, mit Hilfe der Allierten nach dem Sieg über das faschistische Deutschland auch Franco zu besiegen. Der Versuch scheiterte, da die Hilfe ausblieb.

                    Unter den Hochgebirgstälern der katalanischen Pyrenäen nimmt das Val d’Aran einen ganz besonderen Status ein. Während die anderen Pyrenäentäler nach Süden zum Mittelmeer ausgerichtet sind, neigt sich das Val d’Aran nach Norden zum Atlantik. Diese geographische Besonderheit wirkt sich nicht nur auf das Klima und die Vegetation des Tales aus, sondern auch auf seine Sprache, Kultur und Gastronomie, die stark französisch-okzitanisch geprägt sind.

                    Die Individualität und Einzigartigkeit des Val d’Aran wird seit jeher gepflegt und zelebriert. Vielleicht haben die Aranesen in dieser Hinsicht auch gute Miene zum bösen Spiel gemacht, schließlich waren sie bis Mitte des 20. Jahrhunderts über den gesamten Winter komplett von der Außenwelt abgeschlossen. Erst der Tunnel von Vielha, der 1948 eröffnet wurde, ermöglichte den Bewohnern des Arantals auch im Winter Kontakte nach außen. Andererseits: Eigentlich ist es sowieso nirgendwo schöner als im Val d’Aran. Schließlich wussten schon die Römer, dass die besten Thermalquellen der Pyrenäen genau hier liegen: In Les, Vielha, Tredós und – zugegeben – auch in Boí liegt eine dieser Quellen. Mit dem 60km langen Fernwanderweg Vía Calda bietet das Val d’Aran die perfekte Mischung von Thermal- und Naturgenuss: Protagonisten auf diesem Weg sind der Nationalpark Aigüestortes, die Seen von Colomers – und natürlich auch die Romanischen Kirchen des Vall de Boí. Sommerwanderungen Die Römer waren es übrigens auch, die die Grundlage für den Fernwanderweg Camin Reiau legten, der das schmale Tal entlang der Garonne in voller Länge durchquert. Seit jeher einer der Hauptverkehrsadern des Val d’Aran, ist der technisch unkomplizierte Weg erste Wahl für alle, die Geschichte, Kultur und Natur dieses einzigartigen Hochgebirgstales kennenlernen möchten. Auf 150km führt der Weg in 10 Etappen zu 33 Dörfern des Val d’Aran, von denen jedes eine einzigartige Geschichte und einen sonderbaren Zauber hat. Die Nähe zur Garonne macht den Weg zu einer echten Sommerwanderung – ganz abgesehen von den wunderbaren Wäldern, die es hier zu entdecken gilt: Die tausendjährigen Buchenwälder des Bosc Carlac und der märchenhafte Bosc de Baricauba hüllen den Wanderer in die schattige Stille des Pyrenäensommers.
                    Das Val d’Aran ist jedoch nicht nur berühmt für seine Wälder, sondern auch für beeindruckende Wasserfälle wie Es Uelhs deth Joeu (zu Deutsch: Die Augen des Teufels), Salt D’Arbaet und Sauth deth Pish und einzigartige Seenlandschaften wie den Circ de Colomès und den Circ de Saboredo.

                    Vall de Núria

                    Auf einer Höhe von etwa 2000m erstreckt sich das Vall de Núria zwischen den Pyrenäengipfeln. Bis heute ist es nicht über eine Autostraße erreichbar, sondern per Zahnradbahn oder zu Fuß. Als Reiseziel für Naturtouristen bietet das Vall de Núria eine Vielzahl spannender Aktivitäten von Pferdewanderungen über Kanufahrten bis zur Klettertour. Berühmt geworden ist das Tal jedoch lange bevor der Tourismus überhaupt erfunden wurde, und zwar als Pilgerort. Um dessen Heiligtum Santuari de la Mare de Déu de Núria, in dessen Kapelle sich eine aus Holz geschnitzte Madonna aus dem 12. Jahrhundert befindet, rankt sich eine erstaunliche Legende.

                    Die Pyrenäen von Girona

                    Vielleicht begegnen Sie ihm ja, dem Grafen von Arnau, der verdammt ist, bis in alle Ewigkeiten durch die Berge des nächtlichen Ripollès zu reiten. Diejenigen, die ihn gesehen haben, berichten, er sitze auf einem von Flammen umloderten Pferd und seine einzige Gefolgschaft sei eine Meute diabolisch heulender Hunde. Der Graf von Arnau ist jedoch nur eines von vielen wundersamen Wesen, die andernorts in die Welt der Märchen und Geschichten verdrängt wurden. Hier, in den Gironeser Pyrenäen sind Wasserelfen, Kobolde und gespentische Erscheinungen wie die gequälte Seele des Grafen Teil der gefühlten Realität. Kein Wunder bei dieser Kulisse: Schneebedeckte Gipfel, abgelegene Gebirgstäler, winzige mittelalterliche Dörfer und ehrwürdige Klöster, deren Fassaden einen Bilderbogen tausendjähriger Fantasien und Überlieferungen eröffnen. Gemeinsam verführen all diese Elemente zur Reise in eine Welt, in der Dichtung und Wahrheit eins sind.

                    Epizentrum der mittelalterlichen Legende ist das Castell de Mataplana in dem der Graf von Arnau als Sproß einer einflussreichen Adelsfamilie des Ripollès zu Lebzeiten wohnte. Nicht weit vom Schloss befindet sich in den Bergen das Heiligtum von Montgrony. Die Stufen, die wir erklimmen, um Montgrony zu erreichen, führten unsere Sagengestalt laut einer alten Legende ins Verderben. Es heißt der Graf von Arnau habe sich die ewige Verdammnis in Teilen damit verdient, die Stufennach Montgrony bauen zu lassen, ohne die Arbeiter zu bezahlen. Doch seine Lasterhaftigkeit ging noch weiter: Die zweite unverzeihliche Sünde bestand in heimlichen nächtlichen Besuchen im Kloster Sant Joan de les Abadesses.  Aufgrund seiner besonderen Verbindung mit dem Missetäter beherbergt das 885 gegründete Nonnenkloster ein dem Grafen von Arnau gewidmetes Museum. Die Spuren, welche diese zentrale katalanische Legende  in Literatur, Musik, Geschichte und Folklore hinterlassen hat, werden hier sichtbar.

                    Das Kloster Santa María de Ripoll ist wohl eines der schönsten und berühmtesten Monumente des Landes und ein Juwel der katalanischen Romanik. Sein Eingangsportal mit der schier überbordenden Anzahl filigraner Reliefs, die sich auf sieben steinerne Bänder verteilen, bezeichnet man auch als eine in Stein gravierte Bibel. Gemeinsam mit der Basilika und dem Kreuzgang bildet es ein Ensemble von überragendem künstlerischen Wert. Doch Santa Maria de Ripoll fasziniert nicht nur mit seiner Ästhetik. Kataloniens Kulturgeschichte hat sich tief in die Architektur des Klosters eingeschrieben. Die Lebensgeschichten vieler historisch bedeutender Persönlichkeiten – zum Beispiel die des Grafen Ramón Berenguer – sind eng mit Santa Maria de Ripoll verbunden. So ist ein Besuch des Klosters Santa Maria de Ripoll zugleich auch eine Reise in die bewegte Zeit der Entstehung Kataloniens. Das Kloster Santa Maria de Ripoll ist berühmt für die filigranen Reliefs des Eingangsportals, das man die „steinerne Bibel“ nennt und gilt ins seiner Ganzheit als Juwel der Katalanischen Romanik.

                    Die Garrotxa und Olot: Vulkanlandschaft mit Mittelalterflair

                    Die Garrotxa ist ein Land aus Stein und Feuer: 40 Vulkane und 20 Lavaflüsse stehen auf einer Fläche von 120km2 in einem Naturpark unter Schutz. Wanderer und Geologen fühlen sich hier gleichermaßen in ihrem Element, doch auch Geschichtenerzähler und Märchenkenner fühlen sich hier zu Hause. Wie viele wilde Drachen vom Kaliber eines Smaug unter den gigantischen Vulkankegeln ruhen, werden die Geologen vermutlich nicht herausfinden – dafür können sie uns eine Menge spannender Informationen über die erdgeschlichtliche Etwicklung der Region geben. Doch es gibt noch mehr zu entdecken: Zauberhafte Buchenwälder umfangen junge und alte Entdecker mit ihrer Waldeinsamkeit, während die Vulkanstadt Olot und die uralten Dörfer der Garrotxa zu einer Reise in die Vergangenheit einladen.Aus erdgeschichtlicher Perspektive sind 11.000 Jahre nicht viel mehr als ein Wimpernschlag. So gesehen hat der Vulkan Croscat in der Garrotxa die bizarr-schöne Landschaft des Bosc de Tosca eben erst geformt. Und doch haben die Menschen Jahrhunderte Zeit gehabt, um zu lernen, wie man der feinen Hummusschicht des Bodens Getreide, Kartoffeln und Bohnen abringt. Mehr noch, sie haben aus den rauen Lavabrocken Trockensteinmauern mit eleganten Torbögen errichtet, welche den Vulkansteinfeldern und Gärten die Anmutung eines Labyrinths geben, das zu erwandern Freude machen wird.

                    Olot ist die Hauptstadt des Landkreises La Garrotxa in der Provinz Girona. Olot trägt den Beinamen „Hauptstadt der Vulkane“ und liegt nicht umsonst inmitten des Naturparks der Vulkanlandschaft Garrotxa. So ist das Wahrzeichen der Stadt der Vulkan Montsacopa, dessen grünen Kegel und Krater man heute besteigen und erkunden kann. Die historischen Karlistentürme, die am Rande des Kraters liegen, bieten spektakuläre Ausblicke über die Landschaft der Garrotxa und das Canigó-Gebirge. Von der ebenfalls am Rande des Kraters gelegenen Kirche Sant Francesc bietet sich ein wunderbarer Ausblick auf Olot.
                    Dessen mittelalterlicher Stadtkern entstand ab dem 9. Jahrhundert im Umkreis einer romanischen Kirche, an deren Stelle sich heute das Heiligtum von Tura befindet. Nach den Erdbeben des 15. Jahrhunderts, durch die ein Großteil Olots zerstört wurde, begann man den Wiederaufbau Olots außerhalb der Stadtmauern. Zentraler Punkt der Stadt war nun die Pl. Major, auf die alle Straßen zulaufen. Zu den architektonischen Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören das Hospiz aus dem 13. Jahrhundert mit dem neoklassizistischen Kreuzgang, die Kirche Verge del Turà, die ein Heiligtum mit interessanter Geschichte beherbergt, die Kreuzgänge im Renaissance-Stil des Claustre del Carme, aber auch eine Vielzahl von Gebäuden im modernistischen Stil, für die vor allem der Architekt Alfred Paluzie verantwortlich zeichnet.

                    Vic

                    Vic blickt auf eine weit über zweitausendjährige Geschichte zurück. Erhalten und für Besucher interessant ist jedoch insbesondere die mittelalterliche Architektur des historischen Stadtkerns mit der Kathedrale, dem Bischöflichen Museum und der zentralen Pl. Mercadal als herausragenden Elementen. Darüber hinaus ist der mittelalterliche Stadtkern von Vic ein Beispiel für das Mit- und Nebeneinander unterschiedlichster Architekturstile von der Romanik bis zum Modernismus.

                    Besalu

                    Besalú gilt als einer der malerischsten Orte Kataloniens, dessen mittelalterliche Architektur weitestgehend erhalten ist. Der Besucher freut sich einfach am Anblick der malerischen Brücke, die den Riu Fluvià überspannt, an den mittelalterlichen Mauern, deren Stein honigfarben in der Sonne schimmert, an den verwinkelten Gassen des alten Jüdischen Viertels Call und der Vielzahl an Sehenswürdigkeiten, die es zu entdecken gilt: Das ehemalige Pilgerhospital, die Sant Vincenç-Kirche im romanischen Stil, der gotische Saal des Curia Real Palastes und nicht zuletzt das quirlige Leben auf der zentralen Pl. Major.

                    Der Burgberg von Cardona

                    Uneinnehmbare Festung am Salzberg
                    2017 wurde die Burg von Cardona zum beliebtesten Monument Kataloniens gewählt, 2016 erhielt sie von der Europäischen Filmakademie eine Auszeichnung und zählt nun zu den „Schätzen der Europäischen Filmkultur. Diese Ehre verdankt das alte Gemäuer vor allem Orson Welles, der  im Jahr 1964 weite Teile seiner Shakespeare-Adaption „Falstaff – Glocken um Mitternacht“ im zur Burg gehörigen Kollegiatsstift von Sant Vincenç drehte. Im Jahr 1976 öffneten sich die Tore der Festung, die in den 1100 Jahren ihres Bestehens nie mit Waffengewalt eingenommen wurde, Besuchern aus aller Welt: Als Parador Nacional de Turismo beherbergt sie nun ein Luxushotel, in dem Stil und Atmosphäre der mittelalterlichen Adelsresidenz lebendig sind.

                    Geschichte
                    Man könnte meinen, Cardona erlebe gerade bewegte Zeiten. Ein Blick auf die Geschichte des beliebtesten Monuments von Katalonien relativiert diesen Eindruck jedoch schnell. Im Vergleich zu dem, was die Burg auf dem Hügel über dem Tal des Riu Cardener in den letzten tausend Jahren gesehen hat, fallen die ruhmreichen Ereignisse der letzten 50 Jahre kaum ins Gewicht. Eigentlich beginnt die Geschichte der Burg von Cardona schon in der Frühsteinzeit. Allerdings ahnte damals noch niemand, dass hier einst eine Festung entstehen würde, an der spätere Generationen die Entwicklung militärischer Strategie und Technik vom Mittelalter bis weit in die Neuzeit nachvollziehen könnten. In jenen frühen Tagen der Menschheitsgeschichte entdeckte man hier ein Mineral, dass seit jeher die Geschicke des Ortes gelenkt hat: Kalisalz.
                    Der erste, der das Wunder des Salzes von Cardona in überlieferte Worte gefasst hat, war der römische Konsul Marcus Portius Cato. Er sprach von „einem riesigen Gebirge aus Salz, das in gleichem Maße anwächst, wie man es abbaut.“ Aus geologischer Sicht handelt es sich bei diesem vertikalen Aufstieg des Kalisalzes aus der Erde übrigens nicht um ein Wunder, sondern um ein Diapirismus genanntes Phänomen, dass sich anschaulich an der Funktion einer Lavalampe nachvollziehen lässt. Dennoch geben auch die Geologen zu, dass der Salzberg von Cardona weltweit einzigartig ist.
                    Im Laufe der Jahrtausende stand die geologische Faszination des Salzgebirges allerdings eher im Hintergrund. Es war der wirtschaftliche Wert des Minerals, der den Herren von Cardona  Macht und Ansehen in ganz Europa verschaffte. Salz war im Mittelalter nicht nur unverzichtbar, um Speisen zu konservieren und zu würzen, es fungierte zeitweise auch als Zahlungsmittel. So gesehen saßen die Herren von Cardona hier nicht einfach auf einer Salzmine, sondern auch auf einer „Goldmine“.
                    Im Jahr 886 wurde die Festung von Cardona auf Anordnung Guifré el Pilós, („Wilfried, der Haarige“) errichtet. Dieser mit unfehlbarem Gespür für strategisch kluge Entscheidungen gesegnete Adelige gilt als Begründer Kataloniens, der die faktische Unabhängigkeit der katalanischen Grafschaften vom fränkischen Königreich erwirkte. Ganz in diesem Sinn ist der Beiname „der Haarige“ auch als bewusst gewählter Gegenbegriff zum Beinamen seines ehemaligen fränkischen Lehensherrn „Karl, dem Kahlen“ zu verstehen. Guifré gründete nicht nur die Festung von Cardona, sondern auch die berühmten Klöster Ripoll und Sant Joan de les Abadesses. Eine weitere Großtat, deren Folgen bis heute deutlich wahrnehmbar sind, war die Wiederbesiedlung der Ebene von Vic, die zu jener Zeit Niemandsland zwischen moslemisch und christlich besetzten Territorien war.
                    Die Glanzzeit der Burg fällt jedoch in den Zeitraum zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert als die Herren von Cardona die Burg nicht nur als Festung, sondern auch als herrschaftliche Residenz nutzten. In jenen Jahrhunderten erweiterte das Adelsgeschlecht der Cardona seine Macht in mehrfacher Hinsicht. Die wirtschaftliche Stärke, welche der Besitz der Salzminen ihnen eintrug, war dabei nur ein Faktor. Ein weiterer war ihre traditionelle Rolle als Vermittler, die zur Deeskalation vieler Konflikte zwischen der Krone und den Pyrenäengrafschaften beitrug, mit welchen die Cardona durch Blutsbande verbunden waren. Diesem Zusammenspiel von wirtschaftlichem und politischem Einfluss verdankte die Familie Cardona den Aufstieg zu einem der mächtigsten Adelsgeschlechter Europas.
                    Ab etwa 1450 bevorzugten die Cardona zunehmend den Aufenthalt in ihren Palästen in Barcelona und anderen Orten. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts hatte die Burg von Cardona ihren ehemaligen Glanz verloren und fungierte vor allem als Gefängnis und militärischer Stützpunkt. Die Ereignisse im Zuge von Sezessionskrieg und Pyrenäenfrieden führten dazu, dass Cardona ab Mitte des 17. Jahrhunderts permanent militärisch besetzt war. Ende des 17. Jahrhunderts begann man mit dem Ausbau der mittelalterlichen Burg zu einer Festung der Neuzeit.
                    Es dauerte nicht lange bis die reformierte Festung ihre Wehrhaftigkeit unter Beweis stellen musste. Im spanischen Erbfolgekrieg weigerte sich Katalonien auch nach dem Frieden von Utrecht, die Herrschaft des Bourbonen Philipp V als König von Spanien anzuerkennen. In der Konsequenz kam es ab 1713 zu einer Belagerung Barcelonas. Barcelona kapitulierte am 11. September 1714. Erst eine Woche später öffnete Cardona seine Tore dem Gegner, da die Sicherheit Barcelonas nun von der Kapitulation Cardonas abhing. Katalonien wurde unter Philipp V von Anjou in den spanischen Nationalstaat eingegliedert. Die Festung von Cardona gilt den Katalanen als der Ort, an dem die Souveranität Kataloniens am längsten verteidigt wurde. Cardona ging noch aus vielen weiteren Konflikten als „uneinnehmbare“ Festung hervor, unter anderem aus dem Pyrenäenkrieg, dem Unabhängigkeitskrieg und den Karlistenkriegen.

                    Das Gebäude
                    Eigentlich kann man im Falle der Burg von Cardona nicht von einem Gebäude sprechen. Vielmehr handelt es sich hier um mehrere Gebäude, die im Laufe der Jahrhundert neben- und übereinander errichtet wurden. Der ehemalige Adelspalast und das Kollegiatsstift von Sant Vicenç nehmen etwa gleich viel Raum im Bereich der Festung ein.
                    Sant Vincenç - Die dreischiffige Basilika, die als Kulisse von Orson Welles „Falstaff“ berühmt geworden ist, gilt als ein Juwel früher katalanischer Romanik. Drei halbkreisförmige Absiden bestimmen die Form des Querschiffs. Dem Mittelschiff steht ein weitläufiger Altarraum vor,  unterhalb dessen sich eine Krypta erstreckt. Unter anderen sind hier der Herzog Fernando I und der Graf Ramón Folc I begraben. Die Stiftsherren von Sant Vincenç lebten hier unter dem Patronat der Herren von Cardona, bis die Burg am Ende des 16. Jahrhunderts zum Militärposten umfunktioniert wurde. Teile ihrer Gemächer, der Adelspalast sowie das alte Pulvermagazin bilden heute gemeinsam das Hotel Parador Nacional de Turismo de Cardona.
                    Der Schlossturm Torre de la Minyona
                    Um den Schlossturm Torre de la Minyona (der Turm des Fräuleins), der zu den bemerkenswertesten Bauwerken innerhalb der Festung gehört, rankt sich eine traurige Legende. Im 11. Jahrhundert, so erzählt man sich, verliebte sich eine Tochter des Herrn von Cardona in einen Sarazenen-Ritter. Um sie an der Flucht mit dem Geliebten zu hindern, sperrte ihr Vater sie in den Schlossturm. Für die junge Adelige gab es kein Entrinnen aus ihrem in 25 Meter Höhe gelegenen Gefängnis. Heute ist der runde Schlossturm übrigens nur noch 12,5m hoch. Der technologische Fortschritt der Kriegswaffen machten den Turm im Falle einer Belagerung zum weithin sichtbaren Zielpunkt für feindliche Artillerie, weshalb man ihn an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert auf die Höhe von 12,5m verkleinerte, die er heute noch hat.
                    El Patio Ducal, der Herzogliche Innenhof
                    Um diesen zentralen Innenhof waren die Gemächer des Adelspalastes angeordnet, die zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert wohl den unteren Teil der ersten Burganlage neben dem Schlossturm ausmachten. Hier residierten bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts die Grafen und Herzöge von Cardona mit ihren Familien. Sie lebten hier umgeben von einem ganzen Hofstaat von Dienern, der die Etiquette des königlichen Hofes von Barcelona imitierte.
                    Bollwerk und Verteidigungsmauern
                    Der Kranz von insgesamt sieben Bollwerken, der das Schloss umgibt, zählt zu den beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten der Burg. Vier von ihnen sind fünfeckig, die restlichen drei passen ihre Form den Gegebenheiten des Terrains an. Die Frontmauern sind bis zu 4 Meter dick und in ihren Wällen befinden sich Schießscharten für die Artillerie. In ihren äußeren Winkeln befanden sich die Schildhäuser der Wachtposten.

                    Die Altstadt von Cardona
                    Einen Besuch der Burg von Cardona sollte man unbedingt mit einem Besuch des mittelalterlichen Stadtkerns von Cardona und dem dortigen Centre Cardona Medieval verbinden. Das liegt an der plaza de la Fira vor dem Rathaus und bietet einen anschaulichen Einstieg in die Geschichte des Ortes und die Entwicklung von Stadt und Burg von Cardona.  Beim anschließenden Spaziergang durch die Altstadt besichtigt man dann gut informiert Sehenswürdigkeiten wie die Kirchen  Sant Miquel und Santa Eulàlia, den Durchgang des alten Spitals zum Marktplatz („Plaça del Mercat“), den Henkerturm („Torre del botxí“) und die Teufelsbrücke („Pont del diable“).

                    Der Kulturpark des Salzbergs
                    Pflichtprogramm ist selbstverständlich auch ein Besuch im „Kulturpark des Salzbergs“. Der 120 Meter hohe sichtbare Salzberg ist nur die Spitze des enormen Diapirs mit einer Tiefe von annähernd 2 Kilometern. Ein Besuch im Kulturpark des Salzbergs eröffnet die Möglichkeit in einer Tiefe von 86 Metern unter der Erde die fantastischen Formen und Texturen des Salzmassivs aus nächster Nähe zu bestaunen.
                    Von 1929 bis 1990 war die hiesige Mine eine der weltweit bedeutendsten Kalisalz-Minen. In den 90er-Jahren wurde die alte Mine zum Kulturpark ausgestaltet, in dem Besucher nun Interessantes und Erstaunliches über die Geologie des Ortes und das Salz und seine Bedeutung für den Menschen erfahren.

                     

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                  8-tägige geführte Kulturreise

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                  1.960,00 €

                  Aufpreis Einzelzimmer

                  270,00 €

                  Jahr 2022

                  auf Anfrage


                  Termine

                  Termin mit garantierter Durchführung!
                  maximal 12 Teilnehmer

                  Hier finden Sie weitere Details zu Katalonien
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                  Andrea Varo Delgado
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                  Klasse Service! Wunderbare Landschaften! Geniales Wetter! Herrliche Tage ohne schweren Rucksack! Streckenführung via Handy ist fantastisch! Phänomenal schöne Dörfer und Kirchen! Super nette Menschen! Jeden Tag woanders aufwachen und loswandern! Que vida!

                  Beate R.

                  Die Reise mit dem La Robla Express und das Begleitprogramm führen durch eine wunderbare, üppige und fruchtbare "Voralpen"-Landschaft, die vom Massentourismus noch unversehrt ist. Ein spezielles Erlebnis ist der Aufenthalt in den Waggons des historischen Schmalspurzuges; (fast) aller übliche Komfort ist vorhanden - in Puppenstuben-Grösse! Da kommt fast ein wenig Pionier- und Abenteuerstimmung auf. Eine sehr empfehlenswerte, abwechslungsreiche, hervorragend geführte und unvergessliche Reise für anpassungsfähige und flexible Reisende mit Lust auf nicht Alltägliches.

                  Dieter G.

                  Das Zugerlebnis mit dem LaRobla Express von Bilbao nach Leon ist einfach herrlich.
                  Das Programm war so ausgewogen, dass es weder eine Hektik noch eine Langeweile gab. Und das zu einem mehr als günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis.

                  Hans K.

                  Unsere Andalusienrundreise hat uns sehr gut gefallen. Der gesamte Ablauf der Reise war toll organisiert und wir haben uns immer gut betreut gefühlt. Die Landschaft im Frühling begeisterte uns total. Jede Stadt hat ihren eigenen Charme, wobei uns Granada, auch mit der Herzlichkeit und Lebensfreude der Menschen, stark beeindruckt hat. Gerne wieder

                  Gerlinde G.